Iulia Concordia
Iulia Concordia ist gegen Mitte des I Jh. v. Chr. als römische Kolonie am Ort einer prähistorischen Ansiedlung entstanden. Der Name der Stadt ehrt die Abstammung Iulia, die Familie von Caesar, und huldigte eine Zeit des Friedens, des Bündnis und des Konkordats. Der aktuelle Appellativ Sagittaria ist dem Stadtnamen erst mit der königlichen Verordnung 1869 hinzugefügt worden, in den unmittelbaren Folgejahren an die Zugehörigkeit an das italienische Königreich, mit der ausdrücklichen Absicht, an die Pfeilfabrik (sagittae) der Römerstadt zu erinnern, dessen Realisierung zu Beginn des IV Jh. vom Kaiser Diokletian angeordnet worden war. Die Frage stellt sich von selbst: Warum eine Pfeilfabrik? Hier verliefen bedeutende römische Straβen; hier kreuzten sich die “Via Annia” und “Via Postumia”, die nach Aquileia führten, und auβerdem gingen von hier die Verbindungen in die transalpinen Gebiete des Noricums (heutiges Österreich) weg. Noch heute kann man in Concordia die Ausgrabungsorte besichtigen. Die frühchristliche Ausgrabungsstätte, die sich im “Mauerwerk” des heutigen Piazza Costantini befindet, zählt mit zu den bekanntesten. Diese Stätte ist zweifelsfrei die am besten bewahrte und spannendste, denn hier kann man über antikes Mosaik laufen und noch die Struktur der ersten christlichen Kirchen erkennen.